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Wettbewerb Neubau BG Klinikum Hamburg

Wettbewerb Neubau BG Klinikum Hamburg

Ein Unfallkrankenhaus zwischen Schnellstraße und Steilhang – kompakt, offen und naturverträglich?

Ort

Hamburg-Bergedorf

Auftraggeber:in

BG Klinikum Hamburg gGmbH

Zeitraum

2025

Fläche

25 ha

Planungspartner:in

Tiemann-Petri Koch Planungsgesellschaft mbH, Stuttgart

Verfahren

Realisierungsswettbewerb mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb

Bildmaterial

Titelbild: Tiemann-Petri Koch Planungsgesellschaft mbH

Das Berufsgenossenschaftliche Unfallkrankenhaus Hamburg (BG Klinikum Hamburg) wurde 1959 eröffnet und über mehrere Jahrzehnte an die sich weiterentwickelnden Anforderungen angepasst und erweitert. Die Bestandsgebäude entsprechen jedoch in vielen Bereichen nicht mehr heutigen medizinisch-funktionalen und baulich-technischen Anforderungen. Ein Neubau auf dem Areal soll das BG Klinikum fit für kommenden Jahrzehnte machen.

© Tiemann-Petri Koch Planungsgesellschaft mbH

Das Wettbewerbsgelände in einzigartiger landschaftlicher Lage reicht von der Geestterrasse entlang der B5 über Geländestufen bis zur Elbmarsch. Das Hauptgebäude des Klinikums entwickelt sich entlang der Hangkante als eine Reihung von Bettenhäusern auf einem zusammenhängenden Sockel. Der Reha-Bereich ist als Solitär mit freierer Formensprache davon abgekoppelt. Die Herausforderung war, die Baukörper in diese besondere Situation einzufügen, angenehme Aufenthaltsräume für Patient:innen, Beschäftigte und Besucher:innen zu gestalten und den Außenraum mit der umgebenden Landschaft zu verknüpfen.

Übergeordnetes Ziel war dabei war die Wiederherstellung der historisch gewachsenen Hangstruktur. Über Jahrhunderte wurde an der Geestkante Lehm für die Ziegelherstellung abgebaut. Dies führte zu den heute noch gut erkennbaren Geländeterrassen, die später durch den Bau des Klinikums teilweise zerstört wurden. Austretendes Hangwasser im Wechsel mit trockenen Sandlinsen sorgt für ein kleinteiliges Biotopmosaik, wie es in Hamburg kein zweites Mal zu finden ist.

Hier schließt unser Konzept zum Umgang mit Regenwasser an: Ein differenziertes System zur Speicherung, zum Transport, zur Verdunstung und Versickerung von Niederschlagswasser greift auf die vorhandenen Strukturen zurück und baut diese aus. Niederschlagswasser wird zu einem zentralen Element der Gestaltung und Anziehungspunkt für die Parknutzer:innen.

Ein fein geknüpftes Wegesystem verbindet das Klinikgelände mit seiner Umgebung. Es erschließt das weitläufige Gelände und bietet vielfältige Bewegungs- und Trainingsmöglichkeiten für die Patient:innen. Unterwegs gibt es zahlreiche Möglichkeiten zum Ausruhen – vom steinernen, belebten Platz bis zum ruhigen Ort für Naturbeobachtungen. Trotz der steilen Hanglage ist ein Großteil der Wege barrierefrei.

Ergänzt wurde unser Entwurf durch ein detailliertes Vegetationskonzept, das wiederum auf den vorhandenen Strukturen aufbaut und diese mir neuen Elementen ergänzt. Natürlich vorkommende Pflanzengesellschaften treffen auf Pflanzen der Südalpen und des Mittelmeerraumes, die in den südexponierten Bereich vor den Fassden und auf den Dachterrassen zur Verwendung kommen sollen. Artenreiche, standortgerechte Ansaaten für die weitläufigen Wiesenflächen und naturnahe Staudenflächen ergänzen das Programm und sorgen für jahreszeitlich wechselnde Blühaspekte.  

Bestandteil des Wettbewerbs war das Aufzeigen von Kompensationsmöglichkeiten für Eingriffe in die Landschaft. Wir konnten nachweisen, dass ein Großteil der Eingriffe durch Rückbaumaßnahmen, Aufforstungen und Aufwertung vorhandener Strukturen ausgeglichen werden kann.

Leider hat es unser Entwurf nicht in das Preisfeld geschafft. Die tolle Zusammenarbeit mit dem Team von Tiemann-Petri Koch Planungsgesellschaft mbH war wieder einmal sehr inspirierend und das Ergebnis liefert einen überzeugenden Beitrag zur Integration eines groß dimensionierten Baukörpers in die wertvolle, kleinteilige Kulturlandschaft.