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Ärztehaus & barrierefreies Wohnen im Hanseviertel Lüneburg

Ärztehaus & barrierefreies Wohnen im Hanseviertel Lüneburg

Auf einem ehemaligen Kasernengelände zieht mit den neu gestalteten Höfen und Plätzen am Ärztehaus mediterrane Leichtigkeit ein.

Ort

Hanseviertel, Lüneburg

Auftraggeber:in

Wohnungsgenossenschaft Lüneburg eG

Zeitraum

2022 – 2026

Baukosten

416.000 €

Fläche

3.540 m²

Planungspartner:in

gropp + möller architekten PartG mbB, Lüneburg

Leistungsphasen

2 – 6

Auf dem Gelände der ehemaligen Schlieffen-Kaserne wächst seit 2010 ein neuer Stadtteil, das Hanseviertel. Im Übergang zwischen den bereits realiserten Neubauten und der verbliebenen Substanz aus den 1930er Jahren entwickelt die Wohnungsgenossenschaft Lüneburg eG ein Ärztehauses sowie zwei anschließende Mehrfamilienhäuser. Es entstehen in bester zentraler Lage mit Nähe zu Bahnhof und Innenstadt 48 barrierefreie Wohneinheiten für altersgerechtes Wohnen in Verbindung mit Arzt- und Physiotherapiepraxen sowie ggf. einer Einrichtung der Tagespflege.

Die Gestaltung der Freianlagen reagiert sensibel auf die unterschiedlichen Nutzungen und schafft eine abwechslungsreiche Abfolge von öffentlichen und privaten Freiräumen. Am Kreisverkehr entsteht ein städtisch geprägter Platz, der dem Ensemble eine klare Adresse gibt und zugleich als großzügiges Foyer für die öffentlichen Nutzungen im Erdgeschoss dient. Eine robuste, klar gegliederte Gestaltung schafft hier einen einladenden Übergang zwischen Stadtraum und Gebäude.

Ganz anders präsentieren sich die Höfe zwischen den Neubauten. Hier steht die gärtnerische Atmosphäre im Vordergrund. Üppig blühende und duftende Stauden, Gräser und Gehölze erzeugen ein lebendiges, beinahe mediterranes Gartenbild und verändern ihren Charakter im Laufe der Jahreszeiten. Unterschiedlich angeordnete Sitzbereiche laden zum Verweilen, Begegnen und Rückzug ein. Teilweise unter einer Pergola gelegen, entstehen geschützte Aufenthaltsorte, die den Außenraum selbstverständlich mit dem Wohnen und Arbeiten verbinden.

Eine Hofmauer markiert den Übergang zum öffentlichen Straßenraum und verleiht den Gärten einen geschützten, privaten Charakter. Gleichzeitig schafft sie eine klare räumliche Fassung und trägt zur Ruhe und Intimität der Höfe bei. So entsteht ein Freiraumgefüge, das zwischen urbaner Öffentlichkeit und gärtnerischer Privatheit vermittelt und unterschiedliche Formen des Aufenthalts ermöglicht. Alle Wege und Terrassen sind barrierefrei gestaltet und gewährleisten eine komfortable und selbstverständliche Erschließung sämtlicher Außenbereiche.

Da ein Großteil der Freianlagen auf einer Tiefgarage mit begrenzter Aufbauhöhe entsteht, kommt dem nachhaltigen Umgang mit Niederschlagswasser eine besondere Bedeutung zu. Die gesamte Tiefgaragendecke wird als Retentionsgründach ausgebildet. So kann ein großer Teil des anfallenden Regenwassers zunächst vor Ort gespeichert und zeitverzögert an die Vegetation abgegeben werden. Das Wasser bleibt damit möglichst lange im System und steht den Pflanzen auch in niederschlagsarmen Phasen zur Verfügung. Überschüssiges Niederschlagswasser wird auf dem Grundstück versickert und dem natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt.

Auch die Auswahl der Vegetation orientiert sich an den besonderen Standortbedingungen und den zunehmenden klimatischen Herausforderungen. Zum Einsatz kommen überwiegend hitze- und trockenheitsverträgliche Arten, die mit wenig Wasser auskommen und auch längere Trockenperioden gut überstehen. Mediterran geprägte Stauden, Gräser und Gehölze verbinden dabei ökologische Robustheit mit einer besonderen gestalterischen Qualität. Sie verleihen den Freiräumen eine warme und üppige Atmosphäre und tragen dazu bei, auch unter anspruchsvollen Bedingungen dauerhaft attraktive und lebendige Gärten zu schaffen. Dolce Vita im Hanseviertel!